KI in der Sozialen Arbeit: Diese Future Skills brauchen Sozialarbeiter*innen

Sozialarbeiterin und Klientin in einem professionellem Gespräch mit Zuhilfenahme von KI.

Welche Future Skills brauchen Sozialarbeiterinnen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz? Dieser Frage widmete sich unser INNET Webimpuls. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten ein breites Spektrum zwischen Offenheit und Skepsis gegenüber KI und Digitalisierung. Zwei Impulse machten deutlich: Entscheidend ist weniger, einzelne KI-Tools bedienen zu können, sondern Künstliche Intelligenz zu verstehen, Ergebnisse kritisch einzuordnen und KI in der Sozialen Arbeit verantwortungsvoll einzusetzen.

KI-Kompetenz wird für Sozialarbeiter*innen immer wichtiger

Marvin Hackfort von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) zeigte auf, wie KI bekannte Tätigkeiten in der Sozialen Arbeit verändert. Wissen suchen, recherchieren, Informationen zusammentragen oder Texte formulieren gehören schon lange zum Arbeitsalltag. Heute kann KI viele dieser Aufgaben unterstützen oder teilweise übernehmen.

Umso wichtiger wird die Fähigkeit, KI-Ergebnisse zu bewerten: Ist eine Antwort fachlich korrekt? Passt sie zur individuellen Situation der Klientinnen? Welche Informationen fehlen der KI? Da KI Fehler produzieren und gesellschaftliche Vorurteile reproduzieren kann, brauchen Sozialarbeiter*innen eine „gesunde Skepsis“ sowie fachliche Urteilskraft, Datenschutz- und Verantwortungsbewusstsein.

KI in der Sozialen Arbeit: Ausprobieren statt verbieten

Wie sich diese KI-Kompetenzen aufbauen lassen, verdeutlichte Hackfort anhand von Beispielen aus dem Hochschulalltag. Workshops und Sensibilisierungsangebote vermitteln, wann der Einsatz von KI sinnvoll ist und wann nicht. Eine interne Wissensplattform bietet Orientierung und KI-avatare ermöglichen es den Studierenden, Beratungsgespräche in einem geschützten Rahmen zu trainieren. Der kostenlose Zugang zu aktuellen KI-Modellen für alle Studierenden trägt zudem zur Bildungsgerechtigkeit bei.

Für Organisationen der Eingliederungshilfe leitete Hackfort drei Empfehlungen ab:

  1. KI nicht pauschal verbieten, sondern ihre Nutzung begleiten.
  2. Mitarbeitenden geschützte Räume zum Ausprobieren mit klaren Leitplanken bieten.
  3. Möglichkeiten zur gemeinsamen Reflexion über den KI-Einsatz schaffen.

Einsatzmöglichkeiten von KI in der Sozialen Arbeit

Sabine Muff von Sozialinfo knüpfte daran an und zeigte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI in der Sozialen Arbeit auf. Sie reichen von Ideenfindung, Formulierungshilfen und Gesprächsvorbereitung über Entscheidungsunterstützung und Ressourcenplanung bis hin zu Berichtswesen, Chatbots, Übersetzungen und Assistenztechnologien.

Je stärker Künstliche Intelligenz in Arbeitsprozesse und Entscheidungen eingreift, desto wichtiger wird die Frage, welche Aufgaben sich sinnvoll an KI auslagern lassen und wo menschliche Expertise unverzichtbar bleibt. Dabei geht es auch um Organisationskultur: Haben Mitarbeitende beispielsweise die Freiheit, einer KI-Empfehlung zu widersprechen?

Wie KI die Beziehung zu Klient*innen verändert

KI verändert auch die Beziehung zwischen Sozialarbeiter*innen und ihren Adressat*innen. Klient*innen können sich mithilfe von KI auf Beratungsgespräche vorbereiten und mit eigenen Informationen und Empfehlungen in die Beratung kommen. Das kann Empowerment und Selbstbestimmung stärken, birgt bei falschen oder verzerrten Informationen aber auch Risiken.

Future Skill: KI-Ergebnisse kritisch einordnen

Der INNET Webimpuls machte deutlich, dass Future Skills in der Sozialen Arbeit weit über technische Anwendungskompetenz hinausgehen. Entscheidend sind Fachwissen, Reflexionsfähigkeit und ein Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz. Gerade die Fähigkeit, KI-Ergebnisse fachlich und mit Blick auf die individuelle Situation der Klient*innen einzuordnen, wird zu einer zentralen Kompetenz für Sozialarbeiter*innen.

Denn KI kann Soziale Arbeit unterstützen – die Verantwortung dafür, ob und wie sie eingesetzt wird, bleibt jedoch beim Menschen.

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